Die Ersten Jahre...

Gegründet wurde die Freiwillige Feuerwehr Karlstetten nach einem Zimmerbrand im damaligen Haus Nr. 57 im Jahr 1881. Das Kommando bestand aus dem damaligen Oberlehrer Dietl und dessen Stellvertreter Bürgermeister Fritz. Weiters konnten 41 "Wehrmänner" für die neu gegründete Feuerwehr verpflichtet werden. Unsere erste Pumpe war eine s.g. Saugspritze, geliefert von der Firma Hausmann (St. Pölten). Ferner besaßen wir damals lederene Eimer, Leitern und Feuerhaken. Bereits 1889 schien in der Geräteliste eine vierräderige Druckspritze auf. Ein Wasserwage mit einem 1000-Liter-Fass war ebenfalls vorhanden (praktisch unser erstes Tanklöschfahrzeug), und im Jahre 1890 wurde ein Mannschaftswagen angekauft.

Feuerwehrtaktik damals...

Interessant ist vielleicht, dass in dieser Zeit - die Ausrückung erfolgte mit Pferdegespannen - weiter entfernte Brandobjekte nicht angefahren wurden, weil sie in einer für wirksame Brandbekämpfung notwendigen Zeit nicht mehr erreicht worden wären. Die Regelung der Bespanndienste erfolgte nach Absprache mit der Gemeinde, die auch eine Vergütung für die geleistete Arbeit erbrachte. Bauernhöfe, die für die Bespanndienste eingeteilt wurden, waren mit der Tafel "Feuerbespannung" gekennzeichnet.

Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren am Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts

Im Jahre 1923 erhielt das Gerätehaus den schon lange erwünschten Schlauchturm. Am 26. Juli jenes Jahres brannte nachts das Sägewerk des Barons Suttner (heute Sägewerk Gerstenmayer) ab. Die Feuerwehrrn Karlstetten, Mamau und St. Pölten bekämpften den Brand.

Aufgaben der Feuerwehrmänner vor fast 100 Jahren

Schon damals wurden auch jährlich Feuerwehrbälle abgehalten, die das Budget aufbesserten. Mitglieder der Wehr waren auch regelmäßig bei der Durchführung der Feuerbeschau der Gemeinde tätig. Ferner überwachten sie den Zustand der Wasserbehälter und die Funktionsfähigkeit der Hydranten. Ausgesuchte Feuerwehrleute waren die sogenannten Steiger, die schwindelfrei sein mussten, da die Geräte noch nicht die Sicherheit boten, die heute selbstverständlich ist. Im Stammlistenverzeichnis scheinen auch regelmäßig die Hornisten auf, denn Sirenen gab es damals noch nicht.

Unsere erste Motorspritze

In der Ausschusssitzung vom 18.11.1926 wurde beschlossen, eine Delegation unter Führung des Bürgermeisters nach Wien zu schicken, um den Ankauf einer Motorspritze nach persönlicher Besichtigung vorzunehmen. Am 19. Juni 1927 erfolgte die Motorspritzenweihe. Die Kosten der Motorspritze trug zur Gänze die Gemeinde.

Während des 2. Weltkrieges

Mit der Eingliederung in das Deutsche Reich im März 1938 gab es auch für die Feuerwehr einschneidende Veränderungen. Wie alle Institutionen, kam auch die Wehr unter staatliche Kontrolle. Angehörige der Hitlerjugend und nicht mehr wehrfähige Senioren wurden zur Feuerwache dienstverpflichtet.

Der Wiederaufbau

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde am 10. Jänner 1951 eine neue Motorspritze, Type TS 8, und ein gebrauchter LKW, Ford Köln BB, als erste Nachkriegsausrüstung eingestellt. Fünf Feuerwehrkameraden machten die Lenkerprüfung, wobei ein Drittel der Kosten die Wehr trug.

Das Feuerwehrhaus platzt aus allen Nähten

Die nächsten zwei Jahrzehnte brachten infolge der besseren Wirtschaftlage und des technischen Fortschritts eine ständige Verbesserung der Feuerwehrausrüstung und des Ausbildungsstandes der Feuerwehrmänner. Das alte Feuerwehrhaus, dass 1961 noch renoviert wurde, konnte bald die neu angeschafften Geräte nicht mehr fassen, so dass an einen Neubau gedacht werden musste.

1972 fusionierte die FF Mamau mit der FF Karlstetten und bildete damals einen eigenen abgesetzten Zug.Gegründet wurde die FF Mamau 1912. Am 2. Mai 1972 erfolgte der Baubeginn für das neue Feuerwehrhaus. Im Mai 1974 konnte es seiner Bestimmung übergeben werden. Es umfasste damals eine große Gerätehalle mit drei Toren, eine Schulungsraum und die erforderlichen Nebenräume.


1979 wurde ein Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung (LF) angeschafft. Im Jahr darauf ein Kommandofahrzeug und ein Tanklöschfahrzeug (TLF-A 2000) mit 2400l Wasserinhalt und 200l Schaummittel. Sämtliche Fahrzeuge wurden von der Firma Rosenbauer geliefert.


1983 wurde in Karlstetten unter Kommandant Eduard Kranabetter die Feuerwehrjugend gegründet. Dass die Entscheidung eine Jugendgruppe zu gründen kein Fehler war, fällt spätestens heute auf, denn der größte Teil unserer aktuellen Aktivmannschaft kommt aus der Feuerwehrjugend. Seit mehr als 20 Jahren führt HLM Josef Pelzer die Jugend, und hat den größten Anteil am erfolgreichen Betrieb dieser Jugendinstitution in Karlstetten! Erwähnenswert ist auch, dass die Feuerwehrjugendlichen der Nachbarfeuerwehren Neidling, Weyersdorf und Hausenbach auch innerhalb der Karlstettener Feuerwehrjugend ausgebildet werden.


1986 Franz Polak wird bei der Mitgliederversammlung zum Kommandant-Stellvertreter gewählt, Josef Gerstenmayer zum Verwalter der Feuerwehr Karlstetten bestellt.


1991 Nach 35 Jahren an der Spitze der Feuerwehr tritt Kommandant Eduard Kranabetter von dieser Funktion zurück. Ihm folgt Franz Polak als Kommandant, die Wahl zum Kommandant-Stellvertreter gewinnt Raimund Schneider.


1992 wurde eine neue Sirenensteuerung installiert. Weiteres wurden 45 Pager für die "Stille Alarmierung" angekauft. Die alte Sirenensteuerung kam ins Feuerwehrhaus in Obermamau.


1994 Feuerwehrkamerad Anton Fessel übernimmt die Aufgaben des Verwalters von Josef Gerstenmayer.


1995 Am 11. November 1995 stirbt der langjährige Kommandant Eduard Kranabetter im 70. Lebensjahr.


1996 Bei der Mitgliederversammlung wird Franz Polak als Kommandant wiedergewählt. Helmut Wilhelm wird zum neuen Kommandant-Stellvertreter gewählt. Als Verwalter wird Anton Fessel von Mag. Anton Fischer abgelöst.


1999 wurde die EDV in unserer Feuerwehr eingeführt. Durch das neue Programm "Notruf 122" werden monatlich Veränderungen bei Mitgliedern, Gerätschaften und Fahrzeugen sowie Einsatzberichte über das Internet nach Tulln übermittelt. Dadurch ist die Bezirksalarmzentrale immer am aktuellen Stand und in der Lage im Notfall die genauen Gerätschaften der jeweiligen Feuerwehren zu kennen.


2000 wurde dann ein neues Mannschaftstransportfahrzeug, Typ Mercedes Sprinter in Dienst gestellt. Dieses wird hauptsächlich von unserer Feuerwehrjugend genutzt. Neue Einsatzjacken wurden durch Spenden finanziert, und bieten unseren Einsatzkräften mehr Schutz.


2001 Neben dem Mannschaftstransportfahrzeug kam 2001 ein Löschfahrzeug, ebenfalls Typ Mercedes Sprinter nach. Dieses wurde angeschafft, da das alte Löschfahrzeug nicht mehr der Mindestausrüstungsverordnung lt. NÖ Feuerwehrgesetz entsprach. Das neue Löschfahrzeug verfügt neben der Mindestausrüstung unter anderem über 3 Pressluftamer im Mannschaftsraum, ein 11kVA Notstromaggregat und einen pneumatisch ausfahrbaren Lichtmast mit vier 1000 Watt Flutern, Sowohl Bus als auch Löschfahrzeug sind mit einer halbautomatischen Schaltung mit Tiptronic ausgestattet. Bei der Mitgliederversammlung wird Kamerad Josef Humpelstetter zum neuen Feuerwehrkommandanten und Helmut Wilhelm zum Feuerwehrkommandant-Stellvertreter gewählt. Als Leiter des Verwaltungsdienstes wird Josef Schoisengeyer bestellt. Franz Polak engagiert sich mit seinem Fachwissen nunmehr im Abschnittsfeuerwehrkommando und wird dort zum Abschnittsfeuerwehr-Kommandanten gewählt.


2002 Nach längerer Planung wird 2002 mit dem Umbau des alten Feuerwehrhauses zu einer modernen Einsatzzentrale für Rotes Kreuz und Feuerwehr begonnen. Im Oktober 2004 - also nach drei Jahren Bauzeit - wird die neue Zentrale an die Einsatzorganisationen übergeben.


2003 Während des Jahres gehen die Bauarbeiten an der Einsatzzentrale Karlstetten planmäßig voran, eine Vielzahl an Arbeitsstunden werden von den Feuerwehr-Mitgliedern und auch von vielen freiwilligen Mithelfern aufgebracht.


2004 Am 11. Oktober erfolgt die feierliche Übergabe und Eröffnungsfeier des Katastrophenschutzzentrums für Freiwillige Feuerwehr und Rotes Kreuz Karlstetten. Die Einsatzkräfte sind nunmehr in einem zeitgemäßen und ausreichend großen Bauwerk untergebracht. In diesem Jahr wird auch das erste weibliche, aktive Feuerwehrmitglied bei der hiesigen Wehr aufgenommen.


2005 Neben einem breiten Einsatzspektrum für die Feuerwehren im Gemeindegebiet gehören auch gesellschaftliche Veranstaltungen zum aktiven Leben der Feuerwehr. Traditionell wird der alljährliche Kegelabend abgehalten, aber auch der Besuch der Volksschulklassen bei der Feuerwehr – mit Vorführung der Einsatzgerätschaft – wird abgehalten. Nach der Florianifeier mit Feldmesse in Untermamau gibt es einen Frühschoppen und im Anschluss werden Nasswettkämpfe von verschiedenen Bewerbsgruppen bestritten. Im Zuge des dreitägigen Feuerwehrfestes wird ein Bezirksjugendbewerb, mit der Teilnahme von 19 Bewerbsgruppen abgehalten.


2006 Das Feuerwehr-Wahljahr bringt auch bei der FF Karlstetten einige personelle Änderungen mit sich. Bei der Mitgliederversammlung wird zum Feuerwehr-Kommandant Helmut Wilhelm, zu seinem Stellvertreter Gerhard Macher gewählt. Als Leiter des Verwaltungsdienstes wird Josef Schoisengeyer wiederbestellt, die Funktion des Kassiers hat Johann Dieter Schmidt inne.


2007 Nach verheerenden Schäden im Gebiet des Dunkelsteinerwaldes durch das Sturmtief „Kyrill“ und zahlreichen Einsätzen wegen umgestürzter Bäume musste die hiesige Feuerwehr bei der Suche nach einem Forstarbeiter im Gebiet um Weyersdorf teilnehmen. Nach stundenlanger erfolgloser Suche nach den Vermissten konnte dieser nur mehr tot unter einem Wurzelstock geborgen werden. Im Juli 2007 bricht aufgrund unbekannter Ursache ein Waldbrand im Dunkelsteinerwald aus. An den Löscharbeiten nehmen rund 95 Mitglieder der Feuerwehren des Umkreises teil, erst nach stundenlangem, kräfteraubenden Einsatz kann der Brand gelöscht werden.