Brandgefahren im Haushalt

Jahr für Jahr rücken Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu Einsätzen in Privathäusern aus. Oftmals ist es Leichtsinn, der die Bewohner in Lebensgefahr bringt. Jährlich sterben in Österreich über 100 Menschen durch Brände im häuslichen Bereich und weitere 300 Menschen werden dadurch schwer Verletzt. Der vorbeugende Brandschutz hilft Gefahren zu erkennen und zu beseitigen. Wir möchten Ihnen Möglichkeiten der Beseitigung von Gefahrenquellen aufzeigen.

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, wie viele Gefahren in Ihrem Haushalt lauern und welche Vorsichtmaßnahmen Sie ergreifen können um Ihr Zuhause sicherer zu machen? 

  • Keller

Elektrische Geräte geben bei Betrieb und auch bei Bereitschaft ("Standby") Wärme ab. Damit diese überschüssige Wärme abziehen kann, muss ein Mindestabstand zu Einrichtungsgegenständen geschaffen werden. Kann die entstehende Hitze durch die Umluft nicht abgeführt werden, kommt es zum Hitzestau. Bei der Aufstellung und Verkabelung sollte man darauf achten die am Boden liegenden Kabel, sowie Mehrfachstecker in einer gewissen Höhe befestigt werden, da es bei einem größeren Wasserschaden, z.B. Rohrbruch oder Hochwasser, zu einem Kurzschluss kommen kann.

Bei Arbeiten wie Schweißen, Löten oder auch Sägen kommt es zu mittleren bis sehr hohen Temperaturen von bis zu 2500 °C (Direkt an der Schweißstelle). Diese Arbeiten sollten nach Möglichkeit im Freien oder in großen gut belüfteten Räumen durchgeführt werden. Bei solchen Arbeiten ist größte Sorgfalt zu beachten. Achten Sie auf einen größtmöglichen Abstand zu brennbaren Gegenständen, da diese sich durch Funkenflug entzünden könnten. Sind Arbeiten in brennbaren Bereichen auszuführen, sollten diese besonders geschützt werden, am besten z. B. mit einer Feuerlöschdecke oder einer „Feuerschutzplatte“. Vorsicht ist auch bei Sägearbeiten geboten. Durch Aufwirbelungen des Sägestaubes kann ein Funke bereits genügen, um den Staub zu entzündet. Es kann zu einer Staubexplosion kommen. Egal was Sie für ein Material gesägt haben, entfernen Sie größere Mengen von angesammeltem Sägestaub nach den Arbeiten. Keller und Garagen dienen oft als Lagerstätte für Chemikalien. Lacke, Lösungsmittel, Farben, Gasflaschen und Benzinkanister dies sind falsch verwahrt tickende Zeitbomben. Sie können durch Hitze oder Funken explodieren oder sich entzünden. Ein harmloser Kellerbrand kann der Feuerwehr das Leben schwer machen, wenn im Keller solche  zusätzlichen Gefahren lauern. Austretende Dämpfe, durch offene oder undichte Behälter,  können bereits ab einer bestimmten Konzentration beim betätigen des Lichtschalters zur Verpuffung oder Explosion führen. Deshalb sollten Lacke, Farben sowie andere Lösungsmittel immer verschlossen gehalten werden. Am besten lagern Sie diese in abschließbaren Metallschränken.

  • Küche

Sie kennen das bestimmt auch. Das Essen steht auf dem Herd und das Telefon klingelt bzw. es klingelt an der Haustür. Schnell ist der Herd vergessen und es kommt unter Umständen zum Knall. Auch wenn man meint es dauert nicht lange, achten Sie darauf, dass der Herd ausgeschaltet ist. Speiseöle und Fette können bereits ab einer Temperatur von 200 - 300 °C sich entzünden. Ein normaler Herd leistet leicht bis zu 500 Grad. Verwenden Sie bei Fettbränden niemals Wasser zum löschen. Weil 1 Liter Wasser ergibt, wenn Sie es in brennendes Fett gießen, 1700 Liter Wasserdampf. Dies führt zu einer sog. Fettexplosion, das heißt, dass Fett verteilt sich explosionsartig im Raum und kann auch Sie in Mitleidenschaft ziehen.

 

 

        Bild: Simulierte Fettexplosion

 

Versuchen Sie solche Fettbrände, auch in der Bratpfanne, solange Sie sich nicht selbst in Gefahr bringen, mit einem Deckel oder einer Brandschutzdecke zu ersticken.

Vermeiden Sie nach Möglichkeit mit weiten Blusen oder Pullis am Herd zu arbeiten. Die meisten Kleidungsstücke von heute haben einen hohen Kunstfaseranteil, die leicht schmelzen bzw. brennen können. Dies kann zu schlimmen Verbrennungen der Haut führen.

  • Wohnzimmer

Offene Kamine sind in jedem Wohnzimmer ein Blickfang und doch sollte dieser nicht unbeaufsichtigt bleiben. Viele Holzsorten haben einen großen Harzanteil. Dieser führt zu Funkenflug. Bereits ein Funken kann genügen einen Teppich bzw. ein Möbelstück in Brand zu setzen. Ein Feuerlöscher neben dem Kamin kann im Ernstfall schlimmeres verhindern. Auch geschlossene Kamine und Kachelöfen können beim öffnen durch Funkenflug eine Gefahr für umliegende Teppiche und andere Stoffe zur Endzündung werden. Zur Weihnachtszeit werden Adventskränze und Weihnachtsbäume aufgestellt und geschmückt. Vorsicht beim Umgang mit echten Kerzen. Stellen Sie den Baum nicht in der Nähe von Vorhängen auf. Bringen Sie echte Kerzen so an, dass die darüber liegenden Äste sowie der Vorhang nicht in Brand geraten können.

  • Bad

Lassen Sie eventuell eingesetzte Heizstrahler nie über einen längeren Zeitraum unbeaufsichtigt laufen. Die Gefahr einer Überhitzung besteht. Befindet sich ein Heizkörper im Bad, sollten Sie diesen nicht als Trockner verwenden. Kleidungsstücke mit Kunstfasern können leicht schmelzen und in Brand geraten. Spraydosen jeder Art werden unter oder neben Heizquellen und auf Fensterbänken (Sonneneinstrahlung) zur potentiellen Gefahrenquelle. Sonnenenergie reicht bereits aus um den Druck in einem Behälter auf ein explosionsfähiges Niveau ansteigen zu lassen. Diese Dosen können wenn es wirklich zum Brand kommt auch eine große Gefahr für die dort eingesetzten Einsatzkräfte werden, da sie bei großer Hitze explodieren.

  • Entstehung einer Fettexplosion

Zu so genannten Fettexplosionen kann es immer dann kommen, wenn Wasser in eine auf über 100°C heiße Flüssigkeit gegossen bzw. hinein gespritzt wird. Da es sich hierbei meistens um Öle oder Fette handelt, spricht man hier von Fettexplosion. Da Fette und Öle leichter sind als Wasser dringen diese in die unteren Schichten ein, wobei es schlagartig erhitzt und verdampft. Dadurch entsteht eine große Volumenvergrößerung und das Fett wird explosionsartig aus dem Gefäß geschleudert. In Verbindung mit der Luft kommt es hier zu einer explosionsartigen Verbrennung der Fetttröpfchen. Durch den aufsteigenden Feuerball kommt es zu einer großen Feuerausbreitung.

  • Entstehung einer Staubexplosion

Beim Bearbeiten von verschiedenen Materialien wie z.B. Holz oder Metallen kann sehr feiner Staub entstehen. Wenn dieser Staub in einem bestimmten Verhältnis mit Luft steht und eine wirksame Zündquelle vorhanden ist kommt es mit ausreichend Sauerstoff zu einer schlagartigen Verbrennung des Staubes. Hier spricht man von einer Staubexplosion. Im Gegensatz zu einem Brand kommt es hier zu ungewöhnlich starken Druckveränderungen und starken Hitzeentwicklungen. Dies führt zur schnelleren Brandausbreitung.

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