Überdruckbelüfter

Im neuen TLFA3000 befindet sich neben vielen anderen neuen Branddienst-Gerätschaften auch ein Belüftungsgerät. Druckbelüfter werden bei Einsätzen verwendet, bei denen eine natürliche Belüftung, u.a. das Öffnen einer oder mehrere Fenster bei einem Wohnhausbrand, nicht ausreicht.

Die Variation der Belüftungsgeräte unterscheidet sich in Bauform und Antriebsart. Die FF-Karlstetten besitzt einen elektrisch betriebenen Überdruckbelüfter. Im Gegensatz dazu können Belüftungsgeräte auch mit Treibstoff (Benzin) oder sogar durch Wasser als sogenannte Wasserturbine betrieben werden. Im Bezug auf die Bauform unterscheidet sich der hier verwendete Überdruckbelüfter von den eher noch selten verwendeten Turbo-Lüftern und den Be- u. Entlüftungsgeräten vor allem durch seine Größe bzw. durch den sehr groß dimensionierten Ventilator-Rotor.

Funktionsprinzip Überdruckbelüftung

Das Belüftungsgerät wird meist vor dem Hauseingang platziert (Ann.Wohnhausbrand), sodass der trichterförmige Luftstrahl die komplette Haustüre abdeckt. Im verrauchten Bereich werden anschließend so viele Abluftöffnungen geschaffen, sodass das Verhältnis von Abluftöffnungen zu Eingangstüre nicht größer als 1:1,5 beträgt. Wichtig dabei ist, dass im gesamten Wohnhaus die restlichen Türen und Fenster geschlossen bleiben sodass sich ein kontinuierlicher Luftsrömungskanal von Hauseingang bis zum verrauchten Bereich durchzieht.

Vorteil Strombetriebene Druckbelüfter

Elektrisch betriebene Druckbelüfter haben im Gegensatz zu Benzin-betriebenen Geräten einige Vorteile. So darf man Geräte mit Verbrennungsmotor nicht vertikal lagern (um z.B. einen Kanal-Schacht zu belüften), weiters müssen diese Geräte einen Abgasschlauch vorweisen, damit die Abgase nicht erst in den zu belüftenden Raum gelangen. Zu guter letzt muss ein Verbrennungsmotor immer außerhalb des verrauchten Raumes platziert werden, da dieser Frischluft zum Ansaugen benötigt, d.h. es ist nicht möglich eine Entlüftung mittels Injektorbetrieb bei Positionierung des Lüfters innerhalb eines Raumes (mit Luftstromrichtung nach Außen) durchzuführen.

Der wohl einzige Nachteil ist wohl die Flexibilität der mittels Kraftstoff betriebenen Belüftungsgeräte, so dass kein Stromkabel verlegt werden muss und die Position des Lüfters daher schnell verändert werden kann.

Weitere Einsatzgebiete

Belüftungsgeräte werden zum Teil auch bei technischen Einsätzen eingesetzt, zum Beispiel kann mittels eines Druckbelüfters bei austretenden Schadstoffen die daraus resultiernden giftigen Dämpfe in eine bestimmte Richtung "geblasen" werden, damit die Dämpfe so weit als möglich von den Einsatzkräften fern gehalten werden können.